Die Geschichte der Sachsenwald

1914 - 2017
- 103 Jahre Sachsenwald -

Der Schraubendampfer "Sachsenwald wurde 1914 als "Ida Erna" bei der Schiffswerft Gebr. Wiemann in Brandenburg/Havel gebaut. Hier entstanden von 1901 bis 1936 mehr als 300 Schiffe für alle europäischen Binnenwasserstraßen. Geschätzt wurden sie vor allem als Bugsierer, Havariefahrzeuge, Eisbrecher und Schleppschiffe.

Von zahlreichen Dampferschlepper sind auf Grund der Entwicklung der Motorschifffahrt und der Umstellung von Schlepp- auf Schubschifffahrt nur sehr wenige Exemplare erhalten geblieben. Auf der Elbe ist dies nur der "Sachsenwald". Das Schiff kam als Schlepper auf der Elbe von Hamburg bis Berlin, auf den märkischen Wasserstraßen und auf der Oder zum Einsatz, letztmalig 1972. Das Schiff wurde stillgelegt.

Vom jetzigen Eigner 1980 im schrottreifem Zustand erworben, gelang es nach einer abenteuerlichen Überführungsfahrt nach Königstein.
Im Jahre 1985 erkannte man seinen historischen Wert. Der Schlepper bekam den Status eines technischen Denkmals. Dennoch gelang es nicht aufgrund fehlender finanzieller Mittel, das Schiff zu reparieren und wieder in Fahrt zu bringen. Erst die politische Wende brachte den Erfolg. Fördermittel des Freistaats Sachsen, Unterstützung durch Entusiasten der Binnenschifffahrt und fachliches Können der Schiffbauer aus Dresden Laubegast machten es möglich, das Schiff vorbildlich zu rekonstruieren und zum Personenschiff auszubauen. 1991 wurde das Dampfschiff wieder in Dienst gestellt. Es verkehrte im Charter- und Linienverkehr im Raum "Sächsische Schweiz".

Aus betrieblichen Gründen wurde der Dampfer in der Zeit von 1995 bis 2000 an die Haveldampfschifffahrt Potsdam vermietet. Es kam auf der Havel in Potsdam zum Einsatz.

Der niedrige Wasserstand der Elbe hat uns dazu bewogen den Dampfer "Sachsenwald" 2004 zu verlängern.
Sein früheres Einsatzgebiet waren die märkischen Wasserstraßen, die auf Grund der Stauhaltung ganzjährig einen ausreichenden Wasserstand garantierten. Für den Einsatz auf der Elbe war der Dampfer mit seinem ursprünglichen Tiefgang in den Sommermonaten nur begrenzt geeignet Durch das einfügen eines Segments von 5 Metern Länge ergab sich eine Tiefgangminimierung von 0,30 Meter.

Dazu wurde der Dampfer "Sachsenwald" auf der Schiffswerft Laubegast an Land gezogen und aufgepallt. Mit einem Plasmabrenner wurde ein genauer Schnitt zwischen Kessel und Maschinenraum gezogen. Mittels eines hydraulischen Tiefladers zog man das Achterschiff 5 Meter zurück. Die beiden Schiffshälften wurden durch eine Schweißkonstruktion wieder miteinander verbunden.

Durch diese Maßnahme erzielten wir die Verringerung des Tiefgangs, eine Vergrößerung des Maschinenraums und der zusätzlichen Deckfläche von 25 m².

Nach Ferigstellung erfolgte eine Probefahrt die mit Spannung erwartet wurde. Der rechnerisch ermittelte Tiefgang wurde sogar noch unterboten.

Trotz voller Maschienenleistung erreichten wir nicht die erwartete Geschwindigkeit, weil der Propeller und die Düse zu weit aud dem Wasser kamen. Um hier Abhilfe zu schaffen wurde der hintere Ballastraum (Düse) geflutet. Dadurch wurde der notwendige Tiefgang erreicht um der Schraube wieder Wasser zuzuführen.

Die Probefahrt wurde seitens der Schiffuntersuchungskommission (SUK) jetzt erfolgreich durchgeführt. Die SUK erteilte mit Zufriedenheit die Fahrerlaubnis.

Das Dampfschiff "Sachsenwald kann nun auch bei Niedrigwasserstand von ca. 1,50 Metern Dresdner Pegel fahren.

Sachsenwald Wikipedia